Wer heute in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist und über keine Zusatzversicherung verfügt, steht vor einem Dilemma bzw. kann sich im Bedarfsfall zumindest sinnvolle Behandlungen, die die körpereigene Fähigkeit zur Abwehr und Minderung von Krankenheiten aktivieren, oft nicht leisten. Immerhin vertrauen 73 % der Deutschen nach einer Studie des Instituts Allensbach der heilsamen Wirkung einer Behandlung mit Naturheilverfahren.
Eine Behandlung mit Methoden der alternativen Medizin und der Naturheilkunde kann durchaus die gewünschten Effekte einer Krankheitsbekämpfung bzw. Verbesserung des Wohlbefindens haben. Das zeigt auch die Tatsache, dass im Hufelandverzeichnis äußerst viele Diagnose- und Therapiemethoden der Naturheilkunde enthalten sind. Das Hufeland-Leistungsverzeichnis nimmt nur Therapien ins Verzeichnis auf, deren Wirkung wissenschaftlich erwiesen ist.
Zu den besonders wichtigen Naturheilverfahren und Alternativverfahren zählen die Akupunktur, die Anthroposophische Medizin, die Antihomotoxische Medizin, die Ayurveda, die Bioenergetische Medizin, die Elementar-Therapie, die Hydrotherapie u. v. a. m. Leider werden nur in wenigen Ausnahmefällen und nur unter ganz speziellen Voraussetzungen die Kosten für diese Behandlungen von der GKV übernommen.
Beispielsweise werden schon Kosten der Akupunktur übernommen, weil zusehens erkennt, dass diese Methode der Heilbehandlung erfolgsversprechend ist. Aber die Kostenerstattung für Akupunktur erfolgt nur unter ganz bestimmten Bedingungen und in den meisten Fällen werden z. B. nur sechs Akupunktursitzungen von der GKV bezahlt. Erfolg zeigt die Akupunktur aber in der Regel erst nach fünfzehn oder mehr Behandlungen, die dann der Patient selbst tragen müsste. Des weitern kann nicht darauf vertraut werden, dass zukünftig auch noch diese Leistungen von der GKV bezahlt werden. Der Abschluss einer Zusatzversicherung Heilpraktiker empfielt sich also. Zu beachten dabei ist, dass es im Bedarfsfalle zu spät für einen Abschluss einer Heilpraktikerversicherung ist. Die Tatsache, dass für die Bezahlung von Leistungen eine bestimmte Wartezeit verstreichen muss, wird immer wieder unterschätzt.
Und: Naturheilverfahren sind nicht nur wegen der Mobilisierung der Selbstheilungskräfte des Körpers wichtig, sondern auch die Verbesserung der seelischen und mentalen Verfassung der Patienten können durch Naturheilverfahren nachhaltig verbessert werden. Körper, Geist und Seele müssen eine Einheit bilden, um optimale Heilungschancen bzw. Stabilierung der täglichen Gesundheit zu fördern. Die von der GKV maßgeblich übernommen Kosten der als “medizinisch notwendig” erachteten Versorgung reicht bei weitem nicht aus, um die Gesundheit und das eigene allgemeine Wohlbefinden und damit einen gewissen Lebensstandard zu sichern. Erwähnenswert ist es auch, dass es auch Psychotherapie durch Heilpraktiker gibt, die im Gegensatz zu der Behandlung durch einen Psychologen unter dem Oberbegriff der Naturheilverfahren bzw. alternativen Medizin fällt. In unserer Gesellschaft sind Depressionen die Volkskrankheit Nummer eins, deren Behandlung sollte daher von großer Wichtigkeit sein, wird aber leider allzu oft vernachlässigt, auch weil sich Betroffene scheuen sich zu “outen” und zu einem Psychologen zu gehen.
Der individuelle Fall muss Berücksichtigung finden und der Mensch muss als “Ganzes” gesehen werden. So trägt z. B. die Ernährung und ein adäquates Stressmanagement dazu bei, um Bluthochdruck zu vermindern. Leider bezahlt die GKV i. d. R. lediglich Medikamente zur Bluthochdrucksenkung, doch damit alleine ist es selten getan. Es müssen auch die Ursache der Erkrankung und nicht nur deren Symptome bekämpft werden.
Wichtig ist auch, dass sehr viele Therapien und Behandlungen der alternativen Medizin bei meistens sehr vielen Krankheiten angewendet werden kann. Als Beispiel hierfür kann die traditionelle chinesische Medizin oder Pflanzenheilkunde dienen. So hat beispielsweise die traditionelle chinesische Medizin vielfältige Anwendungsbereiche. Sowohl akute Störungen psychosomatischer Art wie z. B. Derpressionen oder Schlafstörungen als auch neurologische Erkrankungen wie Migräne, chronischer Kopfschmerz werden von ihr behandelt. Ebenso kann die chinesische Medizin bei einer Vielzahl anderer Krankheiten Abhilfe verschaffen. Magen-Darmerkrankungen wie Verstopfung, Colitis ulcerosa, Atemwegserkrankungen wie Asthma und Hauterkrankungen sind nur einige wenige Beispiele, bei dem diese Art der alternativen Medizin Anwendung findet.
Die Beispiele zeigen, dass Naturheilverfahren keineswegs als Sabatmedizin verunglimpft werden kann, vielmehr sollten bei Erkrankungen und Beschwerden maßgeblich auch die alternative Medizin gesetzt werden.
