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Archiv für März 2016

Was macht eigentlich ein Heilpraktiker?

Immer mehr Menschen ziehen die Behandlung eines Heilpraktikers der Behandlung durch einen Schulmediziner vor. Andere würden gerne einmal einen Heilpraktiker ausprobieren, scheuen aber die Kosten, da die Ersatzkassen hier sehr restriktiv agieren. Es liegt zwar nahe, über eine Zusatzversicherung einer privaten Krankenversicherung entsprechenden Versicherungsschutz sicherzustellen, allerdings kauft niemand gerne die Katze im Sack. Vielen Menschen stellt sich nun einmal die Frage, was ein Heilpraktiker überhaupt macht.

Am Anfang steht die Ausbildung

Bevor ein Heilpraktiker irgendetwas „machen“ darf, muss er die Ausbildung zum Heilpraktiker erfolgreich absolvieren. Das Berufsbild ist gesetzlich geschützt, das Heilpraktikergesetz regelt, welche Tätigkeiten ein Heilpraktiker durchführen darf, welche nicht. Er darf beispielsweise nicht

• Röntgen
• Den Tod feststellen
• Geburtshilfe leisten
• Zahnärztlich tätig sein

Das Impfgesetz regelt darüber hinaus, welche Impfungen nicht durch einen Heilpraktiker vorgenommen werden dürfen. In der Gebührenordnung Heilpraktiker, GOH, ist festgesetzt, welche Behandlung in welcher Höhe abgerechnet werden darf.
Im Gegensatz zur Schulmedizin arbeitet ein Heilpraktiker ganzheitlich. Der Schulmediziner verordnet bei einer allergischen Hautreaktion Kortison. Der Heilpraktiker hinterfragt den Patienten nach Lebensumständen, seelischer Ausgeglichenheit, Nahrungsaufnahme, kurz, er versucht, sich ein vollständiges Bild des Patienten über die entzündete Hautstelle hinaus zu machen. Eine erste Sitzung dauert daher mindestens 30 Minuten, kann allerdings bis zu 90 Minuten reichen.

Die Vorgehensweise

Die Behandlungsmethoden eines Heilpraktikers sehen keinen Einsatz von künstlich hergestellten Wirkstoffen vor. Genutzt werden ausschließlich pflanzliche oder natürliche Präparate oder Hilfsmittel. Dazu zählen beispielsweise Aroma-Therapien, Akupunktur, Bioresonanztherapie und vieles mehr. Während die chemischen Keulen der Schulmedizin auf eine schnell wirkende Heilung abzielen, ist es Aufgabe des Heilpraktikers, die Ursachen festzustellen und den Patienten dahin zu bekommen, dass die Erkrankung natürlich abklingt, aber auch das Immunsystem so eingestellt wird, dass die Ursache, der Krankheitsauslöser, künftig gar nicht mehr oder nur sehr schwer auftreten kann. Im Grunde leistet der Heilpraktiker langfristig Hilfe zur Selbsthilfe. Kortison wirkt innerhalb weniger Tage, dafür nur kurz. Eine natürliche Therapie dauert länger, zeigt sich am Ende aber auch nachhaltiger.

Behandlungskosten

Heilpraktiker liquidieren Ihre Rechnung nach dem Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker . Die Kosten für Heilpraktikerbehandlungen werden nur in den seltensten Fällen von gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Viele Private Krankenversicherungen hingegen erstattet die Kosten hierfür. GKV-Versicherte können das Risiko jedoch durch eine Heilpraktikerzusatzversicherung absichern.

Neurodermitis – ein Fall für die Homöopathie

Die Zahlen sind erschreckend: Fast 15 Prozent aller Kinder sind bis zur Einschulung von dem quälenden Juckreiz, der die Neurodermitis ausmacht, befallen. Bei 60 Prozent dieser Kinder tritt die Krankheit bereits während des ersten Lebensjahres auf. Die Schulmedizin kennt im Grunde nur eine Lösung, Kortison. Dabei widerspricht die Anwendung von Kortison der Logik, dass eine Erkrankung wie die atopische Dermatitis von innen nach außen heilen muss, nicht umgekehrt.

Gene und Psyche

Einen großen Anteil an einer Neurodermitiserkrankung haben die Gene und die Psyche. Ist ein Elternteil vorbelastet, liegt das Risiko der Erkrankung bei einem Kind bei 40 Prozent. Das Risiko steigt sogar auf 67 Prozent, wenn beide Eltern an Neurodermitis erkrankt sind. Die genetische Veranlagung schlummert, bis sie durch ein psychisches Ungleichgewicht zum Leben erweckt wird. Es bleibt natürlich die Frage, weshalb gerade Kleinkinder, die eigentlich fernab von Stresssituationen leben, so anfällig sind. Dies kann ursächlich damit zu tun haben, dass sich Kinder negative Erfahrungen stärker zu Herzen nehmen, als ein Jugendlicher oder Erwachsener.
Was tun bei Auftreten des Krankheitsbildes?
Zunächst einmal gilt es zu überprüfen, welche äußeren Faktoren zu einem Neurodermitisschub geführt haben könnten:

• Starkes Schwitzen
• Kleidung mit Kunststoffanteil
• Waschmittel
• Seife
• Nahrungsmittel

Häufig resultiert ein Neurodermitisschub aus einer Lebensmittelunverträglichkeit, beispielsweise gegen tierisches Eiweiß oder Zitrusfrüchte. Chemische Zusätze in Waschmitteln und Seife können ebenfalls Auslöser sein. Wichtig ist, dass die Kleidung keine Hautreizungen verursacht, vorzugsweise kommt daher reine Baumwolle oder Seide infrage. Gemeinsam mit einem Heilpraktiker können Patienten darüber hinaus feststellen, ob Lebensmittelallergien bestehen. Heilpraktiker bieten darüber hinaus Behandlungsansätze, die über die reine Vergabe von Kortison hinausgehen. Eine Akupunkturbehandlung hat oftmals langfristige Freiheit von Allergieschüben mit sich gebracht. Da die Ersatzkassen hier allerdings immer noch keine Leistungen anbieten, macht die Überlegung, eine private Zusatzversicherung für Heilpraktiker abzuschließen, durchaus Sinn. Neben Akupunktur erkennen Heilpraktiker beispielsweise auch, ob eine Globuli-Therapie hilfreich sein kann. Für die langfristige Heilung von Neurodermitis gibt es keine pauschale Vorgehensweise, da diese auch vom Typus des Krankheitsbildes abhängt.

Kosten der Behandlung

Die Kosten können ganz unterschiedlich hoch sein, je nachdem wie viele Sitzungen nötig sind. Sie reichen von wenigen hundert bis einigen tausend Euro. Die Kosten für eine Heilpraktikerbehandlung werden nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.
Die meisten privaten Heilpraktikerversicherungen lehnen allerdings Antragsteller mit bereits diagnostizierter Neurodermitis ab.
Eine Möglichkeit bietet in vielen Fällen jedoch der Tarif Gothaer mediambulant . Hier ist eine Annahme möglich, sofern sich der an Neurodermitis Leidende nicht in einer laufenden Behandlung befindet (ausser z.B. vorsorgliche VErwendung von Cremes etc.) Gegen einen Risikozuschlag kann man sich bei der Gothaer im Tarif Mediambulant daher meist versichern.
Beim Tarif Domcura ambulant top wäre zwar die Annahme möglich, hier sind jedoch leider bereits eingetretene Versicherungsfälle nicht mitversichert. Insofern wäre die Gother die derzeit einzig sinnvolle Alternative.

Hinter dieser Aussage stecken drei Sachverhalte:

1.) Private Zusatzversicherungen bieten besseren Schutz bei der Behandlung durch Heilpraktiker.
2.) Ersatzkassen gehen seit einigen Jahren Kooperationen mit privaten Krankenversicherungen ein und bieten spezielle Rahmentarife.
3.) Private Krankenversicherungen sind auf die Kooperationen mit den Ersatzkassen als zusätzlichem Weg zur Kundengewinnung angewiesen.

Was bedeutet das für die Mitglieder in Bezug auf eine private Zusatzversicherung zur Kostenübernahme bei einer Heilpraktikerbehandlung?
Natürlich liegt es nahe, sich zunächst die Konditionen der Heilpraktiker-Zusatzversicherung des Kooperationspartners der eigenen Ersatzkasse anzuschauen. Zum einen sind diese Tarife häufig eng auf die Leistungen der jeweiligen Ersatzkasse abgestimmt. Zum anderen, beispielsweise im Fall DKV, besteht für die Mitglieder der kooperierenden Ersatzkassen für die DKV ein Annahmezwang. Private Krankenversicherer können bei Vorerkrankungen die Antragsannahme verweigern. Im Fall der DKV besteht allerdings ein Kontrahierungs- ein Annahmezwang. Dies schließt allerdings nicht aus, dass ein Versicherungsnehmer bei einer Vorerkrankung auch für eine Heilpraktikerzusatzversicherung einen Beitragszuschlag entrichten muss.

Genauer Vergleich mit anderen Angeboten zwingend

Auch wenn das Angebot einer mit der Ersatzkasse kooperierenden privaten Versicherung sicher interessant ist, sind solche Tarife im Vergleich mit den Spitzenanbietern doch eher mittelmäßig. Der Beitragsvorteil durch die Gruppenversicherung wird in den meisten Fällen durch schwächere Leistungen wieder relativiert. Eine Untersuchung der Stiftung Warentest, allerdings aus dem Jahr 2010, belegte seinerzeit, dass keiner der untersuchten Kooperationstarife zu der Gruppe der mit „gut“ benoteten Tarife zählte. Es zeigt sich also, dass ein Vergleich mit von der Ersatzkasse unabhängigen Angeboten die bessere Lösung darstellt.

Auch bei einer Zusatzversicherung für die Kostenübernahme bei einer Behandlung durch einen Heilpraktiker geht es am Ende nicht darum, die kostengünstigste Lösung, sondern den Tarif mit den besten Leistungen zu finden. Fünf Euro Monatsbeitrag bringen wenig, wenn die Kostenübernahme für Behandlungen auf 200 Euro im Jahr maximiert ist.

Heilpraktiker und alternative Heilmethoden verzeichnen seit Jahren immer mehr Zulauf. Obwohl die Homöopathie ganz offensichtlich erfolgreich eingesetzt wird, zögern die Ersatzkassen immer noch mit der Kostenübernahme oder schlicht einer rückhaltlosen Akzeptanz. Dies mag auch auf Druck der Pharmaindustrie geschehen. Immerhin haben sich die gesetzlichen Krankenkassen dem Thema soweit geöffnet, dass bestimmte Behandlungen erstattet werden, wenn sie durch einen Schulmediziner mit zusätzlicher Heilpraktikerausbildung erfolgen.

Kassenleistungen überprüfen

Gesetzlich Versicherte, die den Gang zum Homöopathen dem Weg zum Schuldmediziner vorziehen, sollten die Erstattung ihrer Ersatzkasse für die Leistungen einer homöopathischen Behandlung mit den Angeboten anderer Versicherer gründlich vergleichen. Nicht nur bei Leistungen für Krankheitsvorbeugung, auch im Segment der alternativen Behandlungsmethoden gibt es bei den Ersatzkassen große Unterschiede, wie der neueste Test der Stiftung Warentest vom 6.2.2016 belegt. Der Kassenwechsel zu einem Versicherer, der in Bezug auf die Erstattung von Heilpraktikerleistungen großzügiger verfährt, ist relativ einfach durchgeführt. Wechseln kann jeder, der mindestens 18 Monate bei seiner jetzigen Ersatzkasse versichert ist. Eine Ablehnung durch die neue Wunschkasse ist nur möglich, wenn es regionale oder berufsbezogene Einschränkungen gibt. Andernfalls muss die Kasse das neue Mitglied aufnehmen.

Die private Zusatzversicherung als Alternative

Wer mit seiner bisherigen Ersatzkasse rund um zufrieden ist, und einzig die Erstattung homöopathischer Heilbehandlungen vermisst, kann dem auf andere Art entgegensteuern. Die privaten Krankenversicherer bieten im Rahmen der ambulanten Zusatzversicherung zahlreiche Lösungen an, damit der Patient im Zweifelsfall nicht auf den Kosten der Behandlung sitzen bleibt. Dabei finden sich aber auch Tarife mit einer prozentualen Selbstbeteiligung als auch Tarife, die eine jährliche Maximalleistung vorsehen. Im Rahmen eines Versicherungsvergleiches werden die

Unterschiede der Anbieter sehr schnell deutlich

Immer mehr Ersatzkassen gehen dazu über, mit privaten Krankenversicherungen zu kooperieren. Die angebotenen Zusatzversicherungen sind in diesem Fall optimal auf das Leistungsangebot der Ersatzkassen abgestimmt und schließen die jeweilige Lücke bestmöglich. Auch in diesem Fall empfiehlt sich ein Blick auf die Kombinationen, die am Markt bestehen.
Tatsächlich erhält man jedoch oft bessere und günstigere Zusatztarife über einen Vergleich. Die Kooperationsangebote der Krankenkasse sind nur in wenigen Fällen besser als Mittelklasse.

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