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Artikel-Schlagworte: „GebüH“

Im letzten Zusatzversicherung Vergleich der Zeitschrift Finanztest Oktober/2010 gewann die Zusatzversicherung Heilpraktiker CSS Maxi als leistungsstärkste Heilpraktikerversicherung. Sehr eigenartig bei diesem Vergleich ist, dass die Tarifkombination CSS flexi heilpraktiker und flexi gesundheits plus in der Bewertung bezüglich der Erstattung beim Heilpraktiker deutlich schlechter abschloss. Denn bedingungsgemäß leisten beide Tarife mit selben Wortlaut in den Tarifbedingungen zu 80% der Rechnung nach dem Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker (GebüH). Laut dem Zusatzversicherung Vergleich der Zeitschrift Finanztest leistet der Tarif CSS maxi jedoch beispielsweise bei einer Homöopathischen Behandlung ein Vielfaches gegenüber der CSS flexi Tarifkombination. Das verwundert natürlich.

Noch verwunderlicher ist, dass auch ein Anruf bei der Leistungsabteilung der CSS Versicherung ergab, dass einem dieser Leistungsunterschied nicht bekannt sei, sondern dass das Rechenbeispiel der Zeitschrift Finanztest anscheinend gar nicht stimme. Beide Tarife würden im gleichen Beispiel identisch leisten, nur dass der tarifbaustein CSS flexi heilpraktiker insgesamt auch bei Ärzten für Naturheilverfahren leistet und zudem bis zu einem maximalen Rechnungsbetrag von 1250 Euro erstattet und CSS maxi bis zu max. 1000 Euro Rechnungsbetrag.

Dieser recht offensichtliche Fehler ist leider niemand aufgefallen, weder der CSS Versicherung selbst noch den Testern. Es bleibt die Frage offen, was noch alles falsch in den Vergleichen der Zeitschrift berechnet wurde und wird.

Worin die Zeitschrift Finanztest jedoch recht haben könnte ist die Tatsache, dass auch bei Zusatzversicherungen, die bis zum Höchstsatz des GebüH leisten der ausgewiesene Erstattungssatz sehr oft vom tatsächlichen Erstattungssatz abweicht. Der Grund hierfür liegt darin, dass das GebüH auf Werten von 1985 basiert und Heilpraktiker theretisch in Rechnung stellen können, was sie vorher mit dem Patienten ausgehandelt haben, eben auch deutlich höhere Rechnungsbeträge.

Ein Tarif wie Gothaer medinatura, der einen Erstattungssatz von 100% vorsieht, wird eher, je nach Behandlungsform, bei einem Erstattungssatz von tatsächlichen 80% der vollen Rechnung liegen, was natürlich immer noch mehr ist als gar nichts.

Es gibt Heilpraktikerversicherungen, die sowohl Naturheilverfahren durch Ärzte als auch Heilpraktiker versicheren, aber auch Heilpraktikerversicherungen, die nur Naturheilverfahren nach dem GebüH. Dabei sind zudem Tarife zu unterscheiden, die nur bis zum Mindestsatz des Gebührenverzeichnisses für Heilpraktiker leisten oder eben Heilpraktikerversicherungen, die bis zum Höchstsatz des Gebüh leisten.

So fällt dem Laien oft nicht auf, dass eine Heilpraktikerversicherung, die zwar 80% des erstattungsfähigen Rechnungsbetrags ohne Begrenzung erstattet in den meisten Fällen deutlich weniger leistet als eine Heilpraktikerversicherung, die zwar max. 1000 Euro pro Jahr erstattet, aber eben Rechnungsziffern bis zum Höchstsatz berücksichtigt.

Mindest- und Höchstsatz liegen oft bis zu 80% auseinander und da die Preise des Gebüh bereits vor vielen Jahren (1985) erhoben wurden, wird man in der praktischen Rechnungstellung kaum noch den Mindestsatz vorfinden.

Eine gute Heilpraktikerversicherung, die bis zu 2000 Euro pro Jahr für Naturheilverfahren bis zu den Höchstsätzen erstattet, ist beispielsweise die Gothaer medinatura. Mit diesem Tarif erhält der Versicherte in den meisten Fällen mehr als bei unbegrenzt leistenden Tarifen, deren erstattungsfähiger Rechnungsbetrag um einen deutlichen Teil vom tatsächlichen Rechnungsbetrag abweicht.

Besonderheiten GebüH

Eine gute Heilpraktikerversicherung sollte bis zu den Höchstsätzen des Gebührenverzeichnisses für Heilpraktiker leisten. Doch was bedeutet das? Und aus welchen Behandlungsrechnungen bildet sich das so genannte GebüH.

Heilpraktiker sind Freiberufler, wenn Sie einen Patienten behandeln schließen sie mit diesem einen Dienstvertrag. Dieser verpflichtet den Heilpraktiker zur Erbringung der vereinbarten Behandlungsleistungen, der Patient hingegen muss das Honorar in der Höhe zahlen, welches für die Erbringung der Behandlungsleistung vereinbart wurde.

Theoretisch kann ein Heilpraktiker verlangen, was er möchte, er ist nicht, wie der Arzt an die Gebührenordnung für Ärzte gebunden. Wird vor Behandlung allerdings keine Höhe der Vergütung ausgehandelt, so darf der Patient eines Heilpraktikers sich darauf verlassen, dass diese Rechnung im Rahmen des üblichen liegen wird. (§ 612 BGB). Die übliche Höhe der Vergütung wird nach dem so genannten billigen Ermessen beurteilt (§315 BGB).

Da das Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker auf Umfrageergebnissen unter in der Bundesrepublik Deutschland tätigen Heilpraktikern gebildet wurde, stellen die dort aufgeführten Mindest- und Höchstsätze also das „billige Ermessen“ dar. Der Patient kann sich also darauf verlassen, dass wenn vor der Behandlung kein eigenes Honorar ausgehandelt wurde, sich die Höhe der Vergütrung für die einzelnen Behandlungen am GebüH orientiert.

Die Nebenpflicht des Heilpraktikers ist die Erstellung einer übersichtlichen und nachvollziehbaren Rechnung. Die Rechnung sollte demnach neben dem Namen des Patienten auch die vollständige Diagnose und eine Auflistung der Einzelleistungen des Heilpraktikers in Form der entsprechenden GebüH Ziffer enthalten. Das entsprechende Datum, an dem die Behandlung stattgefunden hat ist selbstverständlich ebenfalls auf der Rechnung zu vermerken.

Auch, damit der Patient seine Leistungen bei seiner Heilpraktikerversicherung im Rahmen der versicherten Sätze erstattet bekommt, ist es wichtig eine entsprechende Rechnung vom Heilpraktiker zu erhalten. Pauschale Rechnungen, auf denen beispielsweise ein pauschaler Betrag von 80 Euro für Homöopathie steht, ist dabei wenig hilfreich.

Wenn der Heilpraktiker Medikamente und Arzneien nicht verordnet, sondenr aus Praxisbeständen dem Patienten mitgibt, so wäre es hilfreich hierfür eine extra Rechnung zu erstellen, bzw. als Auslagen in Rechnung zu stellen. Nur so kann sicher gestellt werden, dass der Versicherte das Geld von seiner Heilpraktikerversicherung erstattet bekommt.

Falls Leistungen erbracht werden, die nciht direkt im GebüH aufgeführt sind, können diese entsprechend einer ähnlichen GebüH- Ziffer errechnet und in Rechnung gestellt werden.

Diese Punkte sollte ein Heilpraktiker im Interesse seiner Patienten erfüllen. Versicherte sollten die erhaltenen Rechnungen bei Erhalt nach diesen Vorgaben überprüfen und gegebenenfalls berichtigen lassen, damit es von der Heilpraktikerversicherung keine Kürzungen gibt. Diese Kürzungen werden nicht willkürlich gemacht , sondern basieren meist auf einer falschen Rechnungstellung. Die Schuld liegt demnach meist bei den Heilbehandlern.